Regenschutz für die Kamera bei Aufnahmen im Freien

Landschaftsfotografie findet meistens im Freien statt. Da es im Freien auch mal regnen kann, ist ein Regenschutz eine nützliche Ergänzung. Wer will schon freiwillig seine Kamera und seine Objektive Wasser aussetzen? Man weiß ja nie, ob nicht doch Wasser irgendwo in das Gehäuse eindringen kann? Folgeschäden bei teuren Fotogeräten möchte man vermeiden.

Wenige der sehr hochwertigen Kameras und Objektive sind gegen Staub und Spritzwasser zusätzlich abgedichtet. Die Auswahl an solchen Arbeitsgeräten ist allerdings sehr überschaubar. Die Fuji X-PRO 1, X-PRO 2 und X-T2 haben ein abgedichtetes Gehäuse. Auch einige Fuji-Objektive mit der Bezeichnung WR sind zusätzlich abgedichtet. Bei Objektiven kann dies allerdings zu schwergängigerer Bedienung führen. Für die Landschaftsfotografie ist das meist noch in Ordnung. Für andere fotografische Anwendungen kann dies ein KO-Kriterium sein.

Von Nikon gibt es die AW1, welche bis 15 Meter Tiefe wasserdicht ist. Allerdings ist mir der 1“ Sensor zu klein für feinst auflösende Landschaftsfotografien. Und bei einigen Fotoaufgaben gerät man damit schneller an die technisch machbaren Grenzen. Für den der keine Fine-Art-Ansprüche hat, könnte es dennoch eine interessante Kamera sein. Weitere Anbieter im wasserdichten Bereich sind überwiegend Kompaktkameras verschiedener Hersteller. Für Erinnerungsfotos sicherlich ausreichend. Sobald die Qualtiätsansprüche steigen, wird solch eine Kamera nicht mehr ausreichen.

Fotograf im Regen

Fotograf im Regen

Die meisten Kameras und Objektiv sind  allerdings nicht zusätzlich abgedichtet. Bei solchen Fotogeräten ist bei Staub, Feuchtigkeit und Wasser ein Schutz hilfreich. Alternativ kann man das Fotografieren bei Regen unterlassen. Dann entgehen einem aber sehr gute Naturaufnahmen!

Ich plane im Urlaub immer Landschaftsmotive für Schlechtwetter ein. Waldaufnahmen, Wasserfälle und Blumenwiesen lassen sich am besten bei bewölkten Himmel fotografieren. Dann ist das Licht sehr weich. Es gibt keine harten Schatten. Ich habe mich in einem Schwarzwaldurlaub sogar schon über Regen gefreut. Nur so konnte ich einen bestimmten Wasserfall nach meinen Vorstellungen ablichten.

Im Fachhandel gibt es ganz unterschiedliches Zubehör für den Regenschutz. Am häufigsten vertreten sind Abdeckungen aus Kunstoff-Folien oder imprägnierten Stoffen. Die Preisspanne reicht von ca. 8 bis 100 €. Je nach Kamera und Objektiv, gibt es unterschiedliche Größen und Längen.

Kamera mit Duschhaube

Kamera mit Duschhaube

Eine günstige Alternative sind Einweg-Badekappen oder Duschhauben. Die gibt es bereits in größerer Stückzahl für ein paar Euro. Meist sind diese aus transparenter Kunststoff-Folie und haben einen Gummizug.

Auf regenreichen Bergwanderungen hat mir solch eine Duschhaube sehr gute Dienste erfüllt. Ganz früher habe ich bei Regenwanderungen meine Kamera unter einem Regenponcho versteckt. Naß wurde die Kamera dennoch meist. Zum einen schwitzt man beim Wandern darunter sehr. Zudem war die Kamera beim Fotografieren nur vor Regen geschützt, wenn ich mich über sie gebeugt habe. Und das hervorholen ist auch noch recht aufwändig. Die Duschhauben-Variante ist da viel bequemer im Handling. Man hat damit die Kamera jederzeit schußbereit.

Gibt es eine Alternative?

Einen Regenschirm. Von Novoflex und Walimex gibt es Regenschirme für den Fotografen. Damit man mit 2 Händen fotografieren kann, wird der Schirm am Rucksack oder Taschengurt bzw. Träger befestigt. Hat man keinen Rucksack oder Fototasche dabei, gibt es bei Walimex auch einen Gurt mit Träger an dem der Schirm befestigt werden kann. Ob das für den Landschaftsfotografen hilfreich ist kommt darauf an. Wenn man stehend fotografiert und genügend Freiraum um sich herum hat, mag das funktionieren. Sobald man mit dem Schirm wo anstoßen kann oder einen niedrigen Kamerastandpunkt wählen möchte, kann das Schirm-Halter-Konstrukt zum Hindernis werden.

Ein weiterer Helfer ist ein Schirmhalter für das Stativ. Dieser besteht aus  einer Doppel-Klemme. Einmal für das Stativ und einmal für den Schirm. Zum Einsatz kommt jeder Regenschirm, der sich klemmen lässt. Taschenschirme eigenen sich meist nicht dafür, da sie zu kurz sind. Es sollte schon ein klassischer Regenschirm sein. Damit kann man die Kamera in Ruhe einstellen. Vor der Aufnahme sollte man allerdings den Schirm wieder abnehmen! Warum? Windböen könnten zu Erschütterungen und Verwackelungen führen.

Fazit:

Regen ist kein Grund mit dem Fotografieren aufzuhören. Im Regen gibt es einige Landschaftsmotive die besser realisiert werden können. Regenmotive sieht man selten. Mit solchen Fotomotiven kann man sich vom Mainstream der Landschaftsfotografen positiv abheben.

Regen im Wald

Regen im Wald

Jeder Kameraschutz gegen Regen ist mit Arbeit und Mühe verbunden. Aber ohne Fleiß auch in der Fotografie kein gutes Foto. Ich nutze derzeit am häufigsten die Duschauben-Methode. Diese eignet sich auch für längere Wanderungen sehr gut. Langlebiger und ökologischer ist sicherlich einer der zahlreichen Schutzbeutel aus dem Fotohandel. Zum Fotografieren mit Stativ hält meine Frau einen Regenschirm über die Kamera. Wenn ich alleine unterwegs bin ist mir der Regenschirmhalter eine große Hilfe. Ohne diesen würde ich bereits bei den Einstellungen verzweifeln und im schlimmsten Fall manches Motiv verpassen.

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