Die 10 besten Tipps für die Landschaftsfotografie

Wer bessere Landschaftsfotos machen möchte, sollte bereits vor der Aufnahme einige Dinge beachten. Nicht nur die Aufnahme- und Bildbearbeitungstechniken sind da wichtig. Auch die Planung eines Landschaftsfotos ist die Basis für ein sehr gutes Foto.

Ich habe hier meine 10 wichtigsten Tipps für bessere Landschaftsfotografien zusammen gestellt. Dabei ist der Schwerpunkt möglichst ein perfektes, hochauflösendes Foto mit feinsten Details und korrekter Belichtung zu erzielen. Wem es weniger auf die natürliche, sondern kreative Darstellung geht, der darf gerne einige Tipps mißachten.

Im Prinzip muß man in den meisten Fällen für ein pefektes Foto sehr akribisch planen und präzise fotografieren. Die Grundlage ist natürlich Grundwissen über die Foto- und Aufnahmetechnik und die Möglichkeiten in der Bildbearbeitung. Wer keine der 3 Grundlagen beherrscht, sollte sich diese Basics erst einmal aneignen. Wer in einem der 3 Grundlagen noch Wissenslücken hat, sollte diese schließen.

Logischerweise sind meine 10 Tipps zur Landschaftsfotografie sehr subjektiv. Andere Fotografen haben sicherlich andere Erfahrungen gemacht und werden die Gewichtung in anderer Reihenfolge priorisieren und eventuell auch den ein oder anderen Tipp nicht so wichtig oder andere Tipps viel wichtiger als ich bewerten.

Planung

Dies ist einer der wichtigsten Faktoren in der Fotografie von großartigen Landschaften. Das fängt schon mit der Auswahl des Aufnahmestandortes an. Meist besuche ich diesen schon vor einer Aufnahme. Ich mache mich vertraut, wie dort die Möglichkeiten sind. Trifft man dort auf viele Menschen oder ist es ein ruhiger Ort? Ist das Licht am Morgen oder Abend besser für das Motiv geeignet?

Aber wie findet man eine fotogene Location? Da gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Google Maps ist dafür sehr gut geeignet. Die Suche im Internet nach bestimmten Landschaften oder Landschaftsmotiven zeigt schnell wo es fotogene Motive geben könnte. Viele interessante Landschaftsmotive findet man im Internet in Fotoforen, Communities und auf Homepages. Wer die Augen aufhällt, entdeckt aber auch in seiner Wohnnähe viele Landschaftsmotive. Der regionelle Vorteil ist, daß man sich dort meist besser auskennt. Man findet leichter Standorte und Motive die noch nicht so häufig fotografiert worden sind.

Auch das Wetter spielt eine große Rolle. Zum Glück sind heutzutage die Wettervorhersagen sehr präzise. Ich prüfe mit einer Wetter-App ob es sich am nächsten Morgen lohnen würde eine Landschaft zu fotografieren. Das funktioniert in über 80% der Fällen sehr gut.

Wann geht die Sonne auf? Wann ist die blaue Stunde? Wann ist Vollmond? Die Antwort gibt mir der Dämmerungsrechner von Jens Koßmagk.  Dort kann ich vorher den Zeitraum einschätzen und weiß wann ich am Aufnahmeort sein sollte. Wer es noch präziser wünscht, für den gibt es Apps die an Hand des Standorts die genaue Richtung des Sonnenaufganges oder Sonnenunterganges anzeigen.

Solche Dämmerungsrechner gibt es auch als App für das Smartphone oder ein Tablet. Einfach in einer Suchmaschine danach suchen. Einige davon sind auch kostenpflichtig. Einige haben eine GPS-Funktion mit der man den genauen Standort ermitteln kann. Einige Apps zeigen auch die blaue Stunde, Sonnenaufgang- und Sonnenuntergangszeit an. Manche Apps mit GPS können auch die exakte Richtung des Sonnenaufgangs oder Untegangs anzeigen!

Zur Planung gehört auch die Auwahl der passenden Kamera- und Aufnahmetechnik am Vortag. Prüfen ob der Kamera-Akku noch voll ist? Ersatzakkus und Fotogeräte werden in eine Fototasche oder Fotorucksack gepackt. Am Vorabend stelle ich bereits die wesentlichen Werte an der Kamera ein. Wichtige Einstellungen übe ich noch einmal mit verschloßenen Augen, damit ich sie auch im Dunkeln beherrsche. Eine Taschenlampe oder Stirnlampe ist am nächsten Morgen vor Sonnenaufgang sehr hilfreich. Wenn alles gepackt ist, bin ich am nächsten Morgen sofort startbereit.

Fotografiere am Morgen oder Abend

Sonnenuntergänge, Sonnenaufgänge und die blaue Stunde davor oder danach ergeben tolle Lichtstimmungen. Am Abend trifft man an fotogenen Plätzen allerdings oft auf Menschen. Da ist es nicht immer einfach ein gutes Foto zu machen. Außer man ist in einer sehr einsamen Gegend unterwegs.

Weinberg in der Dämmerung der blauen Stunde

Weinberg in der Dämmerung der blauen Stunde

Am frühen Morgen sind viel weniger Menschen unterwegs. Ungestörtes Fotografieren ist da viel einfacher realiserbar. Zudem ist in unseren Breitengraden die Luft und Sicht am Morgen viel klarer als am Abend. Gerade bei Landschaftsaufnahmen hat man von Anhöhen eine bessere Fernsicht. Im Herbst trifft man in hügeligen oder bergigen Regionen am Morgen viel häufiger auf Boden- und Talnebel, der interessante Lichtsituationen ergeben kann.

Nutze das RAW-Format

In der Landschaftsfotografie hat man öfter mit hohem Kontrast zu kämpfen. Zwischen dem hellen Himmel und einem Vordergrund gibt es häufig einen sehr hohen Kontrast. Meist kann ein Aufnahmemedium den Umfang des Kontrastes überhaupt nicht bewältigen.

Aus einem komprimierten JPEG kann man in den Lichtern und Schwärzen nur noch wenige Details herausholen. Beim RAW-Format hat man da wesentlich mehr Reserven die man noch nutzen kann. Aus weißen Stellen kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit noch Zeichnung herausholen. In den schwarzen Schatten kann ebenfalls oft noch Zeichnung herausgearbeitet werden.

Dennoch gibt es Lichtsituationen wo das RAW-Format auch überfordert ist. Dazu kommen wir bei den folgenden Tipps. Generell sollte man dennoch im RAW.Dateiformat fotografieren, damit man die technisch maximale Nachbearbeitungsmöglichkeiten hat.

Setze ein Stativ ein

In der anspruchsvolleren Landschaftsfotografie benötigt man häufig ein Stativ. Um eine große Schärfentiefe zu erreichen ist oft Abblenden erforderlich. Zum Kontrastausgleich wird ein Verlauffilter und oder ein Pol-Filter eingesetzt. Beide schlucken Licht. Längere Verschlußzeiten sind die Folge.

Bei Aufnahmen in der Dämmerung oder von bewegten Wasser oder Wolken sind lange Verschlußzeiten von mehreren Sekunden erforderlich. Nur mit Stativ sind unverwackelte und sehr scharfe Aufnahmen machbar.

Fotograf mit Stativ

Fotograf mit Stativ

Damit beim Auslösen nichts verwackelt, verwendet man einen Fernauslöser. Bei Spiegelreflexkameras ist eine Spiegelvorauslösung von Vorteil. Diese verhindert Vibrationen und Verwackelungen die durch den Spiegelschlag entstehen können.

Damit das Stativ stabiler steht, hänge ich meist meinen Fotorucksack unter die Mittelsäule. Das Zusatzgewicht stabilisiert. Gute Stative haben unten an der Mittelsäule dafür einen Haken.

Die korrekte Belichtungszeit

Sobald der Himmel mit einer Landschaft kombiniert werden soll, ist der Kontrastumfang sehr hoch. Bei Sonnenlicht packen das derzeit die wenigsten Aufnahmemedien. Bei Gegenlicht noch viel weniger. Bei normaler Belichtungsmessung wird der Himmel zu hell oder die Landschaft zu dunkel.

Wer in RAW fotografiert, kann hier noch mit einem RAW-Konverter korrigieren. Beim Aufhellen erreicht man allerdings auch schnell die technisch machbare Grenze. Je nach Qualität des Sensor sind 2 – 4 Belichtungsstufen möglich. Bei den meisten Sensoren wird beim Aufhellen allerdings sehr schnell das Bildrauschen verstärkt.

Abhilfe bringt da nur ein Kontrastausgleich. Nähres dazu in den folgenden Tipps.

Eine weitere Möglichkeit ist, es den Himmel vom Bildanteil stark zu reduzieren oder ganz weg zu lassen. Bei vielen Motiven reduziert sich so der Kontrastumfang und der Belichtungsmesser ermitelt bessere Werte.

Will man den Himmel in einer Landschaft gestalterisch integrieren, wird man sich bei der Belichtung entscheiden müßen, ob diese auf den Himmel oder die Landschaft optimal sein soll. Auch hier gibt es verschiedene Lösungen um diesen hohen Kontrast auszugleichen.

Die optimale Fokusierung

Autofokus. Fast jede Kamera hat heute eine automatische Fokusierung. Für Schnappschüße und Erinnerungsfotos ist das meist ausreichend. In der anspruchsvollen Landschaftsfotografie ist der Autofokus häufig unbrauchbar!

Wer hohe Auflösungen mit knackiger Schärfe vom Vordergrund bis in den Hintergrund erzielen möchte, muß die Entfernung manuell einstellen. Die Lösung ist meist die hyperfokale Distanz.

Foto App mit Hyperfokaler Entfernung

Foto App mit Hyperfokaler Entfernung

Beispiel mit einer Nikon D610, 45 mm Brennweite und Blende 11. Wenn man auf 6,2 m mit dem Objektiv die Schärfe einstellt, hat man ab 3,1 m bis unendlich alles in der Schärfentiefe und damit scharf abgebildet. Früher hatten die meisten Objektive einen Schärfentiefe-Skala, über welche man die hyperfokale Distanz grob einschätzen konnte. Bei den meisten heutigen Autofokus-Objektiven hat man diese Skala nicht mehr.

Zum Glück gibt es da einige Foto-Apps die hier die gewünschte Information liefern. Ich nutze die kostenlose App Photography Calculator. Diese ist sehr einfach und selbsterklärend aufgebaut. Man gibt die Kamera, die Brennweite, die Blende und oder die Aufnahmeentfernung ein. Danach kann man die gewünschten Daten wie Blende und oder Entfernung anpassen, bis man das gewünschte Ergebnis erreicht. Nun kann man Blende und Entfernungseinstellung an der Kamera übertragen und das gewünschte Foto machen. Der Vorteil dieser App ist, daß diese auch ohne Internetverbindung funktioniert.

Es gibt noch viele weitere solcher Foto-Apps die solche Funktionen bieten. Einige davon sind auch kostenpflichtig und bieten noch weitere Berechnungen aus dem Fotobereich. Diese einfache App ist für mich ausreichend. Zudem erschien mir diese App am einfachsten zu bedienen. Bei anderen, die ich ausprobiert habe, kam ich meist nicht auf Anhieb zurecht. Im Prinzip ist die App selbsterklärend.

Alternative Apps sind HyperFocal Pro, DOF Calculator, DOF calc und DoF für Smarpthones und Tablets.

Bildgestaltung

Auch in der Landschaftsfotografie spielt die Bildgestaltung eine wichtige Rolle. Das fängt schon bei der Entscheidung an, ob ein Motiv im Quer- oder Hochformat besser wirkt? Die meisten Fotos werden wohl im Querformat gemacht? Sicherlich meist aus Gewohnheit? Zumindest bei mir ist das so. Manche Motive wirken aber in Hochformat besser. Wenn man ein hohes Motiv ablichtet wirkt das Hochformat meist eindrucksvoller. Aber auch jedes andere Motiv im Hochformat kann besser wirken. Einfach nur, weil es für viele Motive eine ungewohnte Sichtweise ist.

Ruhig auch einmal andere Bildformate ausprobieren. Manche Motive wirken im quadratischen Format besser. Auch Panoramas können eine Landschaft eindrucksvoll wiedergeben.

Zur Bildaufteilung gibt es sehr viele Infos. Viele sind aus der Malerei und von asiatischen Kunstformen abgeleitet worden. Der goldene Schnitt und die Drittelregel sind da gute Einstiegsmöglichkeiten. Beide besagen, wenn ein Motiv nicht mittig, sondern ein Drittel vom rechten oder linken Bildrand positioniert wird, wirkt es auf die meisten Betrachter harmonischer. Das stimmt erstaunlich häufig. Aber auch ein Bruch dieser und anderer Gestaltungsregeln, kann zu einem besseren Foto führen, sofern der Eindruck dadurch ungewöhnlich auf den Betrachter wirkt und die Bildaussage unterstützt wird.

Sehr beliebt sind auch Strukturen. Linien, gleichmässige Formen und Farben. Farbkontrast und Komplementärfarben können ein Motiv positiv beeinflussen.

Bei Weitwinkelaufnahmen bringt ein Eye-Catcher im Vordergrund mehr Tiefe in ein Bild.

Vilsalpsee im Tannheimer Tal

Vilsalpsee im Tannheimer Tal

Ein Strauch, Felsen, Pflanze oder irgend ein Gegenstand, der dem Bild Tiefe gibt und dem Bildaufbau mehr Spannung vermittelt. Bei solchen Motiven mit Vordergrund ist wieder die hyperfokale Distanz zu beachten, damit sowohl der Vordergrund als auch der Hintergrund im Schärfebereich liegen.

Kontrastausgleich

Gegenlicht oder viel Himmel im Bild, sorgen für einen extrem hohen Kontrast. Keine Kamera kann das derzeit bewältigen. Abhilfe bringt da ein Kontrastausgleich. Dafür gibt es verschiedene Methoden. Grauverlaufsfilter kennen viele Fotografen noch aus der analogen Fotozeit. Solche Filter sind auch in der Digitalfotografie sehr hilfreich. Sie werden vor dem Objektiv in die richtige Position gebracht. Sodaß der Himmel mit dem grau abgedeckt wird. Das grau des Filters reduziert in diesem Bereich die Lichtmenge. Es gibt mehr Zeichnung in einen bewölkten Himmel. Verlauffilter gibt es in verschiedenen Stärken und mit hartem und weichen Übergang.

Manche RAW-Konverter und Bildbearbeitungsprogramme haben einen digitalen Verlauffilter. Im RAW-Konverter ist der Qualitätsverlust minimal. Bei der Bildbearbeitung mit Photoshop oder einem anderen Bildbeareitungs-Programm kann der Qualitätsverlust schon höher sein. Vor allem ist der Korrektur-Spielraum geringer als mit einer RAW-Bearbeitung.

Eine Belichtungsreihe ist eine weitere Möglichkeit. Die einfachste Variante ist auf die Landschaft und den Himmel jeweils korrekt zu belichten. Beide Fotos werden in einem Bildbearbeitungsprogramm mit Ebenen exakt übereinander gelegt. In Photoshop geht dies mit Photomerge. Danach werden die gewünschten Bereiche vom zweiten Bild über das andere per Pinsel oder Radiergummi aufgedeckt. Dabei arbeitet man mit 10 – 30% Deckung damit der Überblendeffekt dezent und natürlich wirkt. Hört sich einfach an? Na ja, ich tue mich bei der Methode schwer. Ein Grafik-Tablet erleichtert diese Malarbeit enorm. Mit der Maus ist es für mich doch recht schwer, daß gewünschte Ergebnis zu erzielen.

Die zweite Methode ist mit Maskentechnik. Hierzu wird ein oder mehrere Belichtungsreihen eines Motives mit Masken in verschiedene Tonwerte zerlegt. Jeder Tonwert und Maske wird in einer eigenen Ebene bearbeitet. So kann man alle gewünschten Tonwerte einzeln bearbeiten. Ich habe mich zwar schon damit beschäftigt. Die Ausarbeitung war mir aber viel zu zeitaufwändig. Einige Fine-Art-Fotografen schwören darauf. Wenn man die Zeit dafür hat? Warum nicht.

Eine dritte Bearbeitungsmethode ist ein HDR aus einer Belichtungsreihe zu machen. High Dynamic Range. Die Belichtungsreihe wird durch eine Software zusammengerechnet. Im Prinzip werden die obigen Methoden von einem Programm errechnet. Geht schnell und bringt oft gute bis sehr gute Ergebnisse. Der Effekt kann durch verschiedene Regler gesteuert werden. Warum nutzen das nicht alle Fotografen? Weil es auch Nachteile gibt. Zuviel HDR ergibt unnatürlich wirkende Effekte. Bei bewegten Bildteilen wie Pflanzen im Wind, können diese nicht deckungsgleich übereinander gerechnet werden. Es entstehen unschöne Geisterbilder und Farbsäume an Motivkanten. Damit ist diese Methode für die Fine-Art-Fotografie meist nicht geeignet.

Neuere Kameras wie die Fujifilm X-T2 haben die Möglichkeit eines Dynamikauslgleiches. Bei dieser Einstellfunktion werden die Lichter dunkler belichtet. Allerdings geht dies zu lasten der ISO. Je nach Ausgleichsstufe werden die Aufnahmen mit ISO400 oder ISO800 statt ISO200 aufgenommmen. Geringfügiges Bildrauschen kann die Folge sein. Wobei diese Kamerageneration auch bei ISO800 kaum Bildrauschen zeigt!

Am besten probiert man alle Methoden mal selber aus. Nur so kann man einschätzen welche den eigenen Ansprüchen gerecht wird. In einigen Fällen ist auch eine Kombination mehrere Methoden hilfreich. Ein Grauverlaufsfilter kann in einigen Fällen die aufwändige Nachbearbeitung häufig ersparen oder zumindest spürbar reduzieren.

Einsatz von Filtern

Ich werde hier nur die für die Landschaftsfotografie wichtigsten Filter erwähnen. Darüber hinaus gibt es noch eine große Vielfalt an weiteren Effekt- und Popfiltern.

Ein Polfilter ist für Landschaftsfotografen einer der wichtigsten Filter. Manche Landschafts-Fotografen haben den Polfilter sogar ständig vor dem Objektiv. Zum einen kann man damit die Farbsättigung erhöhen und den Kontrast reduzieren. Lichtreflexe auf Pflanzen oder Wasser können reduziert oder sogar beseitigt werden. Und da ein Pol-Filter auch Licht sperrt kann man damit zum Teil mit längeren Belichtungszeiten arbeiten um bestimmte Effekte wie fliessendes Wasser darzustellen.

Brühlbach am Uracher Wasserfall

Brühlbach am Uracher Wasserfall

So entstand auch die Lagzeitbelichtung vom Brühlbach mit einem Pol-Filter. Ob zirkular oder linearer Polfilter ist von der Kamera abhängig. Sobald die Kamera einen teildurchlässigen Spiegel hat, wird ein Zirkular-Polfilter benötigt. Dies ist bei den meisten Spiegelreflexkameras mit Belichtungsmessung und Autofokus der Fall.

Graufilter oder Neutraldichtefilter auch ND abgekürzt. Diese schlucken Licht. Der Einsatz erfolgt, wenn man längere Belichtungszeiten benötigt. Fließendes Wasser wie bei einem Bach, Fluß oder Wasserfällen sind beliebte Einsatzmöglichkeiten. Damit wirkt der Fluß des Wassers wie ein märchenhafter Schleier. Verwischte Wolken und andere Bewegungseffekte sind damit auch realisierbar. Neutraldichtefilter gibt es in verschiedenen Stärken.

Grauverlaufsfilter ist ein halber Graufilter. Damit kann man hohen Kontrast ausgleichen. Der Vordergrund wird korrekt belichtet und die Wolken im Himmel erhalten Zeichnung. Für Experimentierfreudige gibt es auch Farbverlauffilter, womit man den Himmel einfärben kann.

Alle Filter gibt es mit Schraubgewinde oder als Scheibe für Filterhalter. Für extreme Weitwinkel sollte man dünne Filter verwenden, damit es nicht zu Vignettierungen in den Bildecken kommt. Einige Hersteller bieten Schraubfilter als Slim-Varianten an. Gerade beim Polfilter sollte man darauf achten, da dieser aus zwei gegenseitig verdrehbaren Scheiben mit Polfilterfolie besteht.

ISO-Einstellung

Auf einigen Homepages über die Landschaftsfotografie wird fast immer eine niedrige ISO für Landschaftsfotos empfohlen. Will man die maximale Schärfe und Auflösung erzielen ist diese Empfehlung richtig.

Will man das Bildrauschen als Gestaltungsmittel einsetzen, ist eine hohe ISO die richtige Einstellung. Die Stärke des Bildrauschens sollte man vor solchen Aufnahmen austesten.

Eine weitere Ausnahme sind Nachaufnahmen. Inzwischen wurde bei einigen Sensoren das Rauschverhalten enorm verbessert. Gut, Kameras mit solchen Sensoren kosten auch eine Stange Geld. Sony und Nikon haben da sehr gute Kameras auf dem Markt. Für Landschaftsaufnahmen in der Nacht eignen sich die Kameramodelle hervorragend. Mit einem sehr lichtstarken Objektive und sehr hoher ISO kann man damit sogar die Milchstraße abbilden, ohne das Bewegungsunschärfe durch die Erdrotation entsteht. Solche Aufnahmen müßen allerdings fast immer kräftig mit Bildbearbeitung nachbearbeitet werden. Bei gekonntem Einsatz entstehen allerdings großartige Aufnahmen von Nachtlandschaften.

Fotografieren mit der niedrigsmöglichen ISO fotografieren, bedeutet  das ein Stativ und Fernauslöser zur Pflicht wird.

Zusammenfassung

10 Fototipps für gelungene Landschaftsfotografien. Es gibt noch viel mehr Hinweise um Landschaftsfotos optimal realisieren zu können. Dies sind die aus meiner Sicht, 10 wichtigsten Tipps.

Andere Fotografen mögen da andere Schwerpunkte haben. Das ist logisch, da jeder Fotograf anderes Grundwissen und andere praktische Erfahrungen gemacht hat. Und die Gewohnheit beim Fotografieren spielt auch eine große Rolle.

Weitere technische Infos beschreibe ich unter der Rubrik Fototechnik. Und weitere Tipps gibt es in der Rubrik Fototipps.

Ein gutes Landschaftsfoto entsteht meist nur mit sehr guter Planung. Der Rest ist Fachwissen und fototechnisches Können, wie man ein bestimmtes Landschaftsmotiv gekonnt ablichten und nachbearbeiten kann. Hört sich einfach an. Ist es aber nicht immer. Wer sich diese Mühe macht und alles bis zum finalen Foto durchzieht, wird durch großartige Landschaftsfotografie belohnt werden.

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